Dachbegrünung mit System
Eine Dachbegrünung ist weit mehr als ein optisches Extra. Sie kann Regenwasser zurückhalten, das Mikroklima verbessern, die Dachfläche funktional aufwerten und einen wichtigen Beitrag zu einer langlebigen Dachnutzung leisten. Entscheidend ist jedoch, dass Aufbau, Statik und Abdichtung von Anfang an sauber geplant werden.
Extensive vs. Intensive Dachbegrünung
Grundsätzlich wird zwischen einer extensiven und intensiven Dachbegrünung unterschieden. Welche Variante geeignet ist, hängt von der gewünschten Nutzung, vom Dachaufbau sowie der Tragfähigkeit der Konstruktion ab.
- Leichte und pflegearme Variante mit geringem zusätzlichem Gewicht.
- Typische Vegetation: Sedum, Moose, Gräser und trockenheitsverträgliche Kräuter.
- Weitgehend selbsterhaltend und in der Regel nur mit geringem Pflegeaufwand verbunden.
- Kostengünstig in Bau und Unterhalt, da meist mit niedrigen Substrathöhen gearbeitet wird.
- Verwandelt das Dach in eine nutzbare Grünfläche mit hoher Gestaltungsfreiheit.
- Geeignet für Stauden, Sträucher und je nach Aufbau auch kleinere Gehölze.
- Kann als Aufenthalts- oder Gartenbereich genutzt werden.
- Erfordert höhere Substrathöhen, mehr Pflege und eine belastbarere Dachkonstruktion.
Statik, Abdichtung und Entwässerung
Eine funktionierende Dachbegrünung beginnt nicht nur mit den Pflanzen, sondern mit dem richtigen Unterbau. Vor allem Statik, Entwässerung und die Wahl der Dachabdichtung sollten frühzeitig geplant werden.
- Die Tragfähigkeit des Daches muss immer abhängig von der gewählten Begrünungsart geprüft werden.
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Extensive Begrünung: i.d.R. ca. 60 bis 150 kg/m² *
(im wassergesättigten Zustand) -
Intensive Begrünung: i.d.R. ab ca. 180 kg/m²*
(im wassergesättigten Zustand)*Alle Angaben zum Gewicht dienen lediglich als Richtwerte; maßgeblich sind die statischen Berechnungen sowie die Angaben des jeweiligen Systemherstellers der Dachbegrünung.
Bei begrünten Dächern ist die Abdichtung ein zentrales Element. Sie muss dauerhaft dicht, elastisch, widerstandsfähig und für den Einsatz unter einer Begrünung geeignet sowie zugelassen sein.
Besonders wichtig ist eine wurzelfeste Ausführung mit geprüften Systemkomponenten zu verwenden, damit das Dach langfristig sicher und funktionsfähig bleibt und keine Folgeschäden verursacht.
Empfehlung:
Für die Abdichtung begrünter Dächer empfiehlt sich der Einsatz einer hochwertigen, wurzelfesten EPDM Folie. Die DACHPROTECT EPDM Dachfolie ermöglicht eine großflächige, meist fast nahtfreie Abdichtung ohne Wurzelschutzvlies und schafft damit eine zuverlässige Grundlage für eine dauerhaft sichere und funktionsfähige Dachbegrünung.
- Die Entwässerung muss so geplant werden, dass Wasser kontrolliert abgeführt werden kann und keine Staunässe entsteht.
- Eine zusätzliche Verklebung wird bei dem Einsatz einer EPDM Folie empfohlen, um Falten und damit Staunässe zu vermeiden.
- Falten können Drainage und Wasserabfluss negativ beeinflussen.
- Abläufe, Ränder und Anschlüsse müssen zugänglich bleiben.
- Auch pflegearme Systeme sollten regelmäßig kontrolliert werden.
- Wer eine Dachbegrünung in Kombination mit einer PV-Anlage plant, sollte Lasten, Aufständerung und Wartungswege direkt mit berücksichtigen. Eine Dachbegrünung kann in Kombination mit einer PV-Anlage den Ertrag um bis zu 10% steigern.
Wurzelbeständigkeit im System
In der Praxis zählt vor allem eines:
Der gesamte Gründachaufbau muss dauerhaft funktionieren. Dazu gehören sowohl eine geeignete Dachabdichtung als auch eine darauf abgestimmte Dachbegrünung.
- Relevante Norm für die Abdichtung von Dächern
- Technische Grundlage für den Dachaufbau
- Gilt unabhängig von einer Begrünung
DIN EN 13948
- Prüft die Wurzel‑ und Rhizomfestigkeit eines Material
- Bezieht sich in der Regel nur auf die Bahn
- Laborprüfung, kein System‑ oder Langzeittest
FLL Prüfverfahren
- Anerkannte Regeln der Technik für Dachbegrünungen
- Bewertet das gesamte Gründachsystem
- Langzeitprüfung (ca. 2 Jahre) unter praxisnahen Bedingungen
Die DIN EN 13948 prüft nur, ob eine einzelne Bahn im Labor wurzelfest ist. Die FLL‑Prüfung bewertet dagegen, ob der komplette Gründachaufbau langfristig funktioniert – also Abdichtung inkl. Nähte und Begrünung im Zusammenspiel.
Deshalb ist für Dachbegrünungen der FLL‑Nachweis aussagekräftiger und praxisrelevanter als die reine Prüfung nach DIN EN 13948.
Ökologisch und funktional sinnvoll
Richtig geplant bringt eine Dachbegrünung mehrere Vorteile mit sich – für das Gebäude selbst und für seine Umgebung.
- Gründächer speichern Niederschläge und geben Wasser zeitverzögert wieder ab (Retention).
- Die Vegetation kann das Mikroklima auf und rund ums Dach verbessern.
- Begrünte Dächer wirken natürlicher und werten die Dachfläche optisch auf.
- Je nach Aufbau kann zusätzlicher Nutzraum entstehen.
- Dachbegrünungen lassen sich grundsätzlich gut mit PV-Anlagen kombinieren.
- Wichtig ist eine frühzeitige Planung von Lasten, Aufständerung und Wartungswegen.
Tipp:
Durch die kühlende Wirkung der Begrünung können die Modultemperaturen gesenkt und der Wirkungsgrad der PV‑Anlage verbessert werden.
Die richtige Abdichtung entscheidet über den Erfolg
Eine Dachbegrünung bietet ökologische und funktionale Vorteile und trägt zur nachhaltigen Nutzung von Dachflächen bei. Damit diese Vorteile langfristig erhalten bleiben, kommt es auf eine sorgfältige Planung des gesamten Dachaufbaus an. Tragfähigkeit, Entwässerung und Pflege müssen ebenso berücksichtigt werden wie die spätere Nutzung, etwa in Kombination mit einer PV‑Anlage.
Besonders entscheidend ist eine dauerhaft sichere und für Dachbegrünungen geeignete Abdichtung. Eine robuste, elastische und nachweislich wurzelfeste Abdichtung nach FLL‑Standards bildet die Grundlage für ein funktionierendes Gründach. Mit einer hochwertigen EPDM Dachfolie von DACHPROTECT lässt sich diese Basis zuverlässig schaffen – für langlebige, sichere und wartungsarme Dachbegrünungen.
